Power Yoga: Was ist das?

Frau beim power yoga

Du willst dich richtig auspowern und deine Flexibilität testen? Power Yoga kommt da wie gerufen. Statt Spiritualität und Meditation stehen beim Power Yoga vor allem Muskelkraft und Dynamik auf dem Programm. Durch den sportlichen Fokus dieses Yogastils hat er bei sonst eher Yoga-kritischen Sportlern Beliebtheit erfahren. Gym-Ratten benutzen Power Yoga, um neben dem Gewichte-Training auch die Flexibilität zu trainieren. Andere nutzen den Yogastil als praktisches Ganzkörper-Workout.

Meiner Erfahrung nach ist Power Yoga der optimale Kompromiss zwischen dem spirituellen Yoga und Sport! Doch woher Power Yoga eigentlich kommt, wie sich der Stil von anderen Stilen unterscheidet und wie du in diese Praxis einsteigen kannst, erfährst du hier!

Was ist Power Yoga?

Der Yogalehrer Bryan Kest entwickelte Power Yoga in den 90er Jahren als Variation von Ashtanga Yoga. Seiner Philosophie nach handelt es sich beim Power Yoga um harte, aber sensible Arbeit mit dem eigenen Körper. In seinen eigenen Worten:

„Power Yoga is about working hard, sensitively. The tone and shapeliness you attain from this work is a by-product.“

Power Yoga ist weniger spirituell und hat mit meditativen Yogastilen wie Yin Yoga oder Kundalini Yoga nichts am Hut. Wie du dir bei dem Namen ‚Power-Yoga‘ bereits denken kannst, geht es hier um Power. Also um Kraft, Energie und körperlicher Stärke. Dafür wird oft ein Vinyasa Flow verwendet, der aus Teilen der ersten Sequenz vom Ashtanga Yoga besteht. Dadurch wird Power Yoga zu einem richtigen Workout und verbrennt richtig Kalorien! Doch Power Yoga kann auch näher an andere Yogastile angelehnt sein. Manche Yogalehrer*innen nutzen zum Beispiel Elemente aus dem Hatha Yoga.

schwarz weiß Illustration Yoga Pose

Wie sich Power Yoga von anderen Stilen unterscheidet

Power Yoga unterscheidet sich von den Stilen besonders dadurch, dass Spiritualität nicht im Fokus steht. Dadurch konnte Power Yoga auch Leute, die Yoga sonst eher skeptisch und kritisch gegenüber eingestellt waren, an das Thema heranführen. Man könnte sogar sagen, dass Power Yoga das Esoterik-Image, das Yoga sonst bei vielen hat, abgenommen hat und Yoga so auch für die breite Masse der westlichen Welt etwas zugänglicher gemacht hat. Viele Fitnessstudios begannen erst Power Yoga und dann Bikram Yoga und weitere Arten mit in ihren Trainingsplan aufzunehmen. So wurde Power Yoga zum absoluten Trendsetter.

Der Begriff Power Yoga ist nicht patentiert, so finden sich verschiedenste Formen von Power Yoga, je nach Yogalehrer*innen und Studio. Manche sind Vinyasa Yoga sehr ähnlich, andere erinnern eher an Hatha Yoga. In jedem Fall ist die Praxis körperlich herausfordernd. Besonders Beweglichkeit, Balance und Konzentration stehen im Fokus einer Power Yoga Klasse. Was wiederum vergleichbar mit anderen Stilen ist, ist die Verbindung der Übungen mit dem Atem. Denn auch beim Power Yoga spielt der Atem eine wichtige Rolle.

Vinyasa Yoga und Power Yoga

Oft sind Neulinge verwirrt durch die Verbindung zwischen Power Yoga und Vinyasa Yoga. Kein Wunder, manchmal werden Power Yoga Klassen auch als ‚Power Vinyasa‘ oder ‚Power Flow‘ ausgeschrieben. 

Wie schon gesagt, Power Yoga ist kein patentierter Begriff. So bezeichnen Yogalehrer*innen besonders dynamisches oder kraftvolles Yoga gerne als ‚Power Yoga‘. Doch Vinyasa ist dabei meist gar nicht so fern. Viele Power Yoga Kurse praktizieren Vinyasa. Vinyasa bedeutet schließlich auch nur, ein Fluss aus Bewegungen.  ‚Vi‘ steht im Sanskrit für ‚auf eine bestimmte Art‘ und ‚Nyasa‘ für ‚legen / stellen‘. Damit ist also der Übergang von Asana zu Asana gemeint und viele Power Yoga Praktiken, sind ein Fluss aus Bewegungen.

Jedoch kannst du auch mal einen Kurs erwischen, in dem mehr statisch, wie beim Hatha Yoga, praktiziert wird. Das kommt ganz darauf an.

Was dich beim Power Yoga erwartet

Eine Power Yoga Einheit ist, im Gegensatz zu anderen Yogastilen, nur ca. 45 bis maximal 60 Minuten lang. Das liegt daran, dass es sehr anstrengend ist und zudem Zeit durch weniger Meditation und Shavasana anfallen.

Eine Power Yoga Stunde besteht meistens aus drei Kernsektionen. Dem Aufwärmen (Warm-up), dem Hauptteil (Main-part) und der Entspannungssequenz (Cooling down). Beim Warm-up wird oft der Sonnengruß praktiziert, wie es auch bei anderen Yogastunden üblich ist. Der Rest der Stunde kann jedes Mal anders aussehen. Es gibt beim Power Yoga keine festen Sequenzen oder Asanas, die jedes Mal stattfinden.

Achtung! Eine Power Yoga Stunde kann gut und gerne auch mal Liegestütz, Kniebeugen und andere anspruchsvolle Übungen beinhalten. Ich erinnere mich gut an eine Power Yoga Stunde, wo wir mehrere Liegestütze machen mussten und der Yogalehrer von zehn herunterzählte. An dem Punkt war ich bereits fix und fertig. Der Yogalehrer schaute in unsere verschwitzten, erröteten Gesichter und sagte nur „Welcome and observe the pain!“, was so viel bedeutet wie: „Heiße den Schmerz willkommen und beobachte ihn.“  🙂

Fit und Stark – Vorteile von Power Yoga

Wie alle Yoga Arten ist auch Power Yoga eine Wohltat für Körper und Geist!

Der Yogalehrer Bryan Kest betont zwar, dass die körperliche Veränderung durch Power Yoga nur ein Nebenprodukt der Praxis sein soll, unerwähnt werde ich sie trotzdem nicht lassen. Durch regelmäßiges Power Yoga wird die Flexibilität, Beweglichkeit und Koordination der Muskeln trainiert. Außerdem werden die Faszien gelockert, was zu einer besseren Durchblutung führt. Zudem hat Power Yoga einen positiven Einfluss auf die Koordination und Konzentration der Praktizierenden.

Nicht nur körperlich verbessert Power Yoga die Lebensqualität, sondern auch geistig. Da Atem und Bewegungen miteinander im Einklang sind, kommt der Geist auch ohne eine aktive Meditation in einen meditativen Zustand. Studien konnten feststellen, dass ein regelmäßiges Yoga Training so den Abbau der grauen Substanz im Gehirn verlangsamt, was für eine bessere Gehirnaktivität im Alter sorgt. Auch in Bezug auf Stress und Depressionen wirkt Yoga Wunder. Es senkt den Spiegel des Stresshormons Cortisol und setzt stattdessen Glückshormone im Körper frei.

Tipp für Gym-Ratten: Power Yoga ist ein perfekter Zusatz zum Krafttraining. Oft vergisst man beim Pumpen, auch mal Flexibilität und Balance zu trainieren. Power Yoga bildet dabei die optimale Brücke! Ich habe von vielen Kraftsportlern (mein Freund mit einbezogen) gehört, dass Yoga ihnen hilft ihre Flexibilität zu erhöhen, was wiederum vorteilhaft im Fitnessstudio oder bei Calisthenics ist.

Power Yoga Zuhause: Übungen für Anfänger & Fortgeschrittene

Um Power Yoga zu machen, musst du nicht zwangsläufig ins Fitnessstudio gehen. Hast du eine Yogamatte parat, kann es losgehen! Zu den beliebtesten Übungen für zu Hause zählt zum Beispiel der Sonnengruß. 

Beim Sonnengruß beginnst du im Stehen.

1 – Stelle dich ans vordere Ende deiner Yogamatte und bringe deine Handflächen vor der Brust zusammen.

2 – Hebe deine Arme über beide Seiten nach oben und bringe deine Handflächen über deinem Kopf zusammen.

3 – Mit der nächsten Ausatmung beugst du dich ganz nach vorne vor und probierst, deine Hände auf der Yogamatte abzulegen.

4 – Mit der Einatmung gehst du in eine halbe Vorbeuge, der Rücken ist gerade und parallel zum Boden.

5 – Mit der Ausatmung senkst du deinen Oberkörper wieder herab, stützt deine Hände auf der Matte ab und springst, oder gehst, mit deinen Füßen ans hintere Ende der Yogamatte.

6 – Mit einem kontrollierten Chaturanga legst du deinen Bauch auf der Matte ab und richtest deinen Oberkörper auf.

7 – Mit der nächsten Ausatmung schiebst du dein Gesäß über deine Knöchel hoch zur Decke, streckst deinen Rücken und kommst in den ersten herabschauenden Hund. Du kannst mit deinen Füßen abwechselnd hin und her paddeln, um die Dehnung in den Waden zu intensivieren.

8 – Amte hier wieder ein und komme mit deinen Füßen, durch einen Sprung oder zwei Schritte, ans vordere Ende der Matte. Lass deinen Körper dort für einen Atemzug aushängen.

9 – Mit der nächsten Einatmung bringst du deinen Oberkörper Wirbel für Wirbel in eine aufrechte Position. Die Arme nach oben gestreckt, Handflächen berühren sich. Bringe die Handflächen vor der Brust zueinander.

Fazit

Power Yoga ist körperlich echt anspruchsvoll. Du trainierst Balance, Flexibilität und Muskelkraft und tust so Körper und Geist etwas Gutes. Im Vergleich zu anderen Yoga Praktiken, wirst du beim Power Yoga auf weniger Spiritualität stoßen, weshalb diese Yoga Praxis besonders in westlichen Ländern sehr beliebt ist.

Häufige Fragen

Hier findest du Antworten auf häufige Fragen zu Power Yoga.

Für wen ist Power Yoga geeignet?

Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, beim Power Yoga ist für jeden etwas dabei. Besonders Leute, die sonst durch das Esoterik-Image von anderen Arten wie Jivamukti Yoga oder Tantra Yoga etwas abgeschreckt sind, ist Power Yoga eine super Lösung!

Was brauche ich für Power Yoga?

Das Equipment für Power Yoga variiert je nach Session. In jedem Fall brauchst du eine Yogamatte. Andere Hilfsmittel wie Yoga Block oder Yogagurt können aber auch mal zum Einsatz kommen.

Können Schwangere Power Yoga machen?

Prinzipiell spricht nichts gegen Power Yoga in der Schwangerschaft. Jedoch sollten einige Asanas, besonders der Fisch oder der Schulterstand, vermieden werden. Am besten du fragst deine Yogalehrer oder Arzt, wenn du Bedenken hast.

Leonie
Leonie
Fitness gehört in meinen Alltag, wie für andere der Kaffee am Morgen. Seit ein paar Jahren bin ich als Digital Nomad am Reisen und konnte so die Yoga Hochburgen von Bali in Indonesien bis zum Lake Atitlan in Guatemala kennenlernen. Gerade beim Reisen ist mir die Fitness- und Yoga Routine extrem wichtig geworden, denn wenn man immer unterwegs ist, ist der kleinste Hauch von Stabilität Goldwert! Strongmonkey ist dabei die perfekte Plattform, um die Erfahrungen und Tipps von Yogis von überall auf der Welt zu teilen und so anderen Fitnessliebhabern dabei zu helfen, ihre perfekte Routine zu entwickeln.
Leonie
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Fitness gehört in meinen Alltag, wie für andere der Kaffee am Morgen. Seit ein paar Jahren bin ich als Digital Nomad am Reisen und konnte so die Yoga Hochburgen von Bali in Indonesien bis zum Lake Atitlan in Guatemala kennenlernen. Gerade beim Reisen ist mir die Fitness- und Yoga Routine extrem wichtig geworden, denn wenn man immer unterwegs ist, ist der kleinste Hauch von Stabilität Goldwert! Strongmonkey ist dabei die perfekte Plattform, um die Erfahrungen und Tipps von Yogis von überall auf der Welt zu teilen und so anderen Fitnessliebhabern dabei zu helfen, ihre perfekte Routine zu entwickeln.

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