Trainieren wie im Knast – Wie ich zum Calisthenics kam

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Trainieren wie im Knast

Nein ich war nicht im Knast. Aber Paul Wade war es. Jedenfalls nach seiner Story. Wer Paul Wade ist? Dazu gleich später mehr. Doch warum schreibe ich diesen Artikel? Um Anfängern Calisthenics näher zu bringen. Und aufzuzeigen wie ich eigentlich richtig dazu gekommen bin. Quasi süchtig wurde tief in die „Szene“ einzutauchen. Ich bin kein Profi. Habe aber Spaß an der Sache. Calisthenics ist meine Religion.

Info
Der Artikel ist natürlich stark gekürzt und gibt nicht meinen ganzen Werdegang wieder. Das würde den Rahmen sprengen und wäre für euch sicher auch langweilig.

Der klassische Werdegang

Früher war ich im Fitnessstudio und habe Kampfkunst / Kampfsport betrieben. Knapp 8 Jahre. Genauer gesagt WingTsun (EWTO) ,dazwischen etwas BJJ bzw Grappling, Escrima und dann ein Wechsel zum VingTsun nach Philipp Bayer. Was ich nur jedem empfehlen kann ,wer wirklich „richtig effektives“ VingTsun lernen möchte. Da leider alles weiter weg war und mir die Fahrerei auf die Nerven gegangen ist, habe ich Alternativen gesucht. Leider ohne Erfolg. Meine Gegend ist quasi Tot beim Thema Kampfsport. Karate oder Taekwondo gibt es wie Sand am Meer. Wollte ich nicht. War nie meins. 

Durch lange Krankheit „Sportsüchtig“

Durch eine schwere Krankheit war ich Monate lang außer Gefecht gesetzt. So das ich regelrecht am Arsch war. Nicht mal Treppensteigen ging mehr. Da war ich schon nach wenigen Stufen außer Puste. Sowas kannte ich vorher nicht. Nach erfolgreicher Behandlung ging es zu Reha um wieder Fit zu werden. Hier habe ich mir 4 Wochen „das volle Sportprogramm gegeben„. 3x Täglich. Früh, mittags, abends… Crosstrainer, Fahrrad, Krafttraining, Cardio u.s.w. Natürlich im kleinen Maße. Es wurde aber täglich besser, länger und mehr. 

Und da ich nie mehr erleben wollte wie kaputt der Körper eigentlich sein kann -wurde ich „Sportsüchtig“ und achtete ab sofort noch besser auf die Ernährung. Heute bin ich wieder Fit. Top Fit. Man steckt nicht drin – man man kann einiges dafür tun. 

Ich habe auch kein Verständnis für die Gesellschaft die sich Kistenweise Cola oder Schachtelweise Pizza im Supermarkt in die Körbe knallt und sich dann wundert warum man fettleibig und krank ist und somit das Krankenkassensystem überlastet. Jedesmal wenn ich sowas sehe muss ich mir leider denken: Du wirst es nicht lange machen, mein Freund. Das steht aber auf einem anderen Blatt und ist ein Thema für sich.

Durch Grappling zum eigenen Körpergewicht

Da ich aber auf den Sport nicht verzichten wollte, musste es eben etwas mit körperlicher Herausforderung sein. Fitnessstudio ist für mich auch erstmal flach gefallen. War mir zu „Standard“. Beim Grappling bzw. bei der separaten Krafttrainingstunde bin ich das erste mal mit MMA Training in Kontakt gekommen. Kettlebells, Battleropes, Reifen klopfen und natürlich nur mit eigenem Körpergewicht zu trainieren, wie Sprungkraft auf Kasten, Pistols (einbeinige Kniebeugen) ect. Da kannte ich so vorher noch nicht. Das war was besonderes. Ein exotisches Training. Danach war man so richtig platt. Ich wurde angefixxt. 

Also fing ich selber in der Freizeit an solch ein Training einzubauen,nachdem ich in keinen Verein / Club mehr gegangen bin. So konnte ich nicht nur Geld sparen, sondern auch unabhängig von Öffnungszeiten trainieren. Meistens ging ich auf einen Sportplatz. Nach und nach kaufte ich mir diverse Utensilien. Wie Kettlebells, Battleropes oder ging zum Reifenhändler und besorgte mir dort einen alten großen Reifen und im Baumarkt einen 5KG Vorschlaghammer für das Reifenklopfen. Ich fing an, immer mehr zu recherchieren wie man das Training noch besser und effektiver machen könnte. 

Die Recherche brachte mich zum Calisthenics

 Durch Zufall bin ich auf das Buch „Trainieren wie im Knast“ von Paul Wade aufmerksam geworden. 

Paul »The Coach« Wade verbrachte fast zwei Jahrzehnte seines Lebens in einigen der schlimmsten Haftanstalten Amerikas. In dieser Zeit entwickelte er in seiner Gefängniszelle ein eigenes Bodyweight-Trainingsprogramm, das er nach seiner Entlassung in den Bestsellern Trainieren wie im Knast und Trainieren wie im Knast 2 veröffentlicht hat.

Die Bewertungen waren sehr gut und es klang interessant. Hier habe ich auch das erste mal von Calisthenics gelesen. Und wusste jetzt was ich da eigentlich die ganze Zeit teilweise mache und konnte diesem einen Namen geben.

Das Buch habe ich dann einfach bestellt. Als es angekommen ist, war ich doch überrascht was für ein fetter Schinken das war. (307 Seiten) Es war so viel Inhalt das es mich erstmal erschlagen hat. Mit dem Buch kann man wortwörtlich auch jemanden erschlagen. Ich bin weiß Gott keine Leseratte. Aber das Buch habe ich verschlungen. 

Das wirklich Interessante steht am Anfang. Die Übungen kommen erst später bzw. es wird immer erst eine jeweilige Körperregion (z.b Beine) ausführlich erklärt und dann die Übungen dazu. Es ist so überzeugend geschrieben und mit Fakten belegt, das man wirklich sehr skeptisch zum „klassischen Gerätetraining“ wird. Was ich auch heute bin. Ich halte davon gar nichts mehr. Höchstens mit freien Gewichten zu trainieren. Kurz und knapp: Gerätetraining ist einfach zu isoliert. Auch schaden zu schwere Gewichte den Gelenken / Knorpel auf Dauer. Calisthenics Trainiert mehrere Muskelgruppen bzw Regionen auf einmal. Und das mit nur wenigen Übungen und eigenem Körpergewicht. Der größte Vorteil: Man wird wirklich stärker! In allen Belangen. Bänder, Sehnen ect. Allein die Griffkraft ist so enorm wichtig. Ich kann es natürlich nicht so gut wiedergeben wie Paul Wade. Muss ich auch nicht. Dafür ist ja das Buch da. 

Training das man so nicht kannte

Klassische Übungen wie Klimmzüge oder Liegestütze kennt jeder. Aber als ich das Buch durchgeblättert habe und die ersten Übungen gesehen habe: WOW! Ich dachte wirklich: Wie soll man sowas hinbekommen!? Damit meine ich hauptsächlich die Endstufen. Diese teilweise wirklich übermenschlich und nicht einfach sind. Besonders beeindruckt haben mich die Brücke; der einarmige Klimmzug und Handstand. Wie heftig ist das bitte? An denen ich übrigens heute noch dran bin. Es sind zwar die klassischen Übungen dabei, aber um soviel weiter Fortgeschritten! Kurz und knapp: Das Buch hat mich erleuchtet. Und ich konnte jetzt so viel Effektiver mit mehr Wissen und eigenem Körpergewicht trainieren.  

Anfänger beginnen bei Schritt 1

Je Körperregion gibt es 10 Schritte. Laut Buch soll man mit der ersten anfangen und erst nach sicherer Beherrschung zur nächsten Übung springen. Hier muss ich zugeben: bin ich bei den meisten Übungen gleich einige Schritte weiter. Einiges konnte ich schon ganz gut. Eben wegen meiner Vorerfahrung. Für Anfänger sei gesagt: Fangt wirklich bei Schritt 1 an. Es kann ja auch nicht zuerst das Dach gebaut werden, wenn noch kein Fundament gebaut ist. Die Grundstruktur muss erst gebildet werden. Hiermit meine ich Technik und Körperspannung.  

Ich trainierte fast täglich. Wichtig waren aber auch Erholungstage. Denn erst dann regeneriert der Körper und kann sich die geübten Dinge „merken“. 

Ich wollte mehr

Neben dem Buch oder auch währenddessen recherchierte ich natürlich noch mehr über Calisthenics. Ich las viele Berichte, Ratgeber und natürlich schaute ich Youtube. Was hier manche Menschen leisten kann man nur noch als „kronk“ bezeichnen. Da waren Übungen dabei, die nicht mehr normal waren. Die schon ins Akrobatische gingen. Ich lernte die „Human Flag“ kennen oder auch den „MuscelUp“. Und dachte mir: Wie geil ist das bitte? Das will ich auch! Leider gab es keinen Calisthenics Park bei mir in der Nähe. Aber einen Spielplatz. Für Kinder… Aber das war mir egal. Das Gerüst war zwar nicht wirklich ideal, aber für den Anfang wenn man nichts anderes hat – besser als nichts. Also fing ich hier an fast täglich zu trainieren. Es war eine Quall.. .Meine Fresse wie schwer ist das bitte? Die Human Flag und die MuscelUps haben mich technisch und Kraftbedingt an die grenzen gebracht. 

Der Kinderspielplatz

Aber es gab kein Aufgeben: No Retreat, No Surrender

Ich trainierte Wochen / Monate lang. Meine Kraft und meine Körperstruktur wurden besser als je zuvor. Die Übungen fielen mir leichter. Ich war in die Welt des Calisthenics voll eingetaucht und konnte nicht mehr aufhören. Ich wurde regelrecht süchtig. Es kamen immer mehr Übungen dazu. Nach und nach entwickelte ich mein eigenes System wann ich was am besten trainiere um noch genug Power für andere Übungen zu haben. Meistens alles im Kopf. Manchmal mit kleinen Schmierzetteln.

Eventuell schreibe ich mal noch einen extra Artikel über ein Beispiel Trainingsablauf. Falls gewünscht? Kommentiert doch dazu einfach unten. 

Paul Wades Buch Trainieren wie im Knast 2

Irgendwann habe ich gelesen das Paul Wades Buch Trainieren wie im Knast 2 auch auf Deutsch erschienen ist. Habe ich natürlich sofort Blind bestellt. Hier kannte ich aber schon die meisten Übungen. Da ich mich ja schon selber sehr viel belesen habe. Das Buch selber ist aber genauso gut mit das erste. Hier kommen auch Human Flag oder Blanke vor. Das Fachwissen ist wieder mal überragend. 

Trainieren wie im Knast 2*
  • Paul Wade
  • Herausgeber: riva
  • Taschenbuch: 336 Seiten

Trainier ich „alle“ Übungen ?

Nein. Jedenfalls nicht wie der Ablauf in den Büchen. Nicht mehr. Wie oben beschrieben habe ich mein eigenes System und trainiere auch oft aus der Laune heraus worauf ich gerade Bock habe. Den Grundstein haben aber die Bücher gelegt. Das muss man klar nochmal sagen. So oder so: Habe ich immer alle Körperregionen drin. Egal welche Übungen bzw. Variationen ich mache. Ich nehme mir meistens 2-3h Zeit für mein Training. Und gehe oft ans äußerste. 

Das Problem: Im stressigen Alltag den wir alle haben, kann man unmöglich alles trainieren. Auch wenn man dies auf mehre Tage aufsplittet. Daher pickt man sich nach und nach seine Lieblingsübungen raus und trainiert diese bis zur Perfektion (die es eigentlich nicht gibt). Hier und da ein paar Variationen, Rotationen und Steigungen (mehr Wiederholungen oder mit Gewicht). Im Endeffekt hat man bei einem gut gemischten Training so oder so alle Muskelgruppen integriert. 

Ich wollte einen eigenen Park

Um endlich noch besser zu werden, wollte ich endlich einen Calisthenics Park. Doch wie gesagt, gab es nichts bei mir im Umkreis. Das Problem werden sicher viele in ländlichen Gebieten haben. Vergleichbar mit dem Internet. Viel Wüste. Ab und an mal in Ballungsgebieten ist was. Ich war schon soweit mit dem Gedanken eine eigene Anlage im Garten zu bauen. Das erschien mir dann doch aber etwas zu viel des guten.

Warum nicht mal bei der Gemeinde nachfragen schoss mir in den Kopf? Also machte ich einen Termin mit meinem Vorschlag bei zu unserer Bürgermeistern. Diesen ich auch wirklich bekommen habe. Und damit hatte ich nicht gerechnet. Bekomme nicht nur „wichtige“ Anliegen Termine?

Wie genau das dann ablief? Das könnt ihr hier in einem extra Artikel nachlesen. 

Heute trainiere ich im Calisthenics Park

Maulbronn-Calisthenicspark
Maulbronn Calisthenicspark

In der Nähe (Maulbronn) wurde 2018 endlich ein Calisthenicspark gebaut. Wovon ich aber leider erst Juli 2019 Erfahren habe. So viel vergeudete Zeit! Jetzt kann ich aber endlich mehrmals die Woche richtig ausgiebig „Profilike“ trainieren. Ich bin nun um Welten besser geworden. Auch dank der Ringe die ich mir besorgt habe. An alle: Kauft euch Ringe!*Damit steigt ihr auf ein neues Level!

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Zwar werde ich kein Wettkampfniveau mehr erreichen, aber das will ich gar nicht. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste mit 33. Das Ziel: Fit und Gesund bleiben bis ins hohe Alter. Dafür ist Calisthenics eins der besten Sportarten der Welt. Man siehe nur die 80-90 jährigen Chinesen die noch Rumturnen wie junge Hüpfer. 

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Letzte Aktualisierung am 15.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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