Reiswaffeln – Gesund oder nicht?

0
550
Reiswaffeln
Bild von Mabel Amber auf Pixabay
[Gesamt: 1   Durchschnitt:  5/5]

Reiswaffeln gelten als der ideale Snack. Wer auf die Figur achtet, greift lieber zu den trockenen Waffeln als zu Brot. Auch gesundheitsbewusste Eltern geben sie ihren Sprösslingen gerne für den kleinen Hunger zwischendurch oder als Pausenbrot. Tatsächlich aber sind die faden Cracker mit Vorsicht zu genießen. Wir erklären dir warum und ob du dir dennoch gelegentlich eine Reiswaffel gönnen darfst.

Reiswaffeln gesund oder nicht
Bild von Marci Verch auf Flickr

Nährwerte von Reiswaffeln

Allgemein gelten Reiswaffeln als gesund, da sie besonders kalorienarm sind sowie außer dem gepufften Reis meistens nur wenig Öl und Meersalz enthalten. Wer es geschmacklich etwas interessanter mag, greift zur mit Schokolade oder Joghurt überzogenen Variante oder Sorten mit Sesam oder Hirse. Außerdem lassen sie sich mit allerlei Zutaten verfeinern, wie beispielsweise Gurken, Wurst, Käse oder Marmelade.

Obwohl eine Waffel tatsächlich nur rund 27 Kalorien enthält, sind sie ungeeignet zum Abnehmen. Hundert Gramm Reiswaffeln, also etwa eine Packung, enthalten durchschnittlich:

  • 388 kcal
  • 2,7 g Fett
  • 81,5 g Kohlenhydrate
  • 7,8 g Protein
  • 3,4 g Ballaststoffe

Die hohe Menge an Kohlenhydraten lässt den Insulinspiegel rasch steigen, wegen der kaum vorhandenen Ballaststoffen sättigen Reiswaffeln aber nicht. Die Folge ist eine Heißhunger-Attacke. Höchst unpraktisch während einer Diät! Der Snack ist aber aus einem ganz anderen Grund ungesund.

Warum sind Reiswaffeln gesundheitlich bedenklich?

Bereits vor mehreren Jahren stellten Wissenschaftler fest, dass Reiswaffeln gefährliche Giftstoffe enthalten: Arsen, Kadmium und Acrylamid. Besonders besorgniserregend ist hierbei das Arsen. Bio-Produkte bilden keine Ausnahme.

Organisches Arsen, das Fische und Meeresfrüchte aufweisen, ist gesundheitlich unbedenklich. Anorganische Arsenverbindungen allerdings, wie sie in Reiswaffeln vorkommen, haben eine toxische Wirkung auf den Menschen. Zwar nicht bei den geringen Mengen, wie sie Reis und somit auch die Reiswaffeln enthalten. Jedoch kann eine regelmäßige Einnahme über längeren Zeitraum hinweg Gefäße, Nerven und die Haut schädigen, Herzkreislauferkrankungen sowie Krebserkrankungen begünstigen und sich auf die Fruchtbarkeit auswirken. Bevor du jetzt deine Packung mit Reiswaffeln in den Müll schmeißt, lies weiter.

Wie gelangt das Arsen in den Reis?

Arsen kommt praktisch überall im Boden in geringer Konzentration vor. Pflanzen nehmen es durch ihre Wurzeln auf. In der Regel handelt es sich um geringfügige Mengen, die ungefährlich sind. Werden die Felder allerdings mit stärker arsenhaltigem Wasser befeuchtet, steigt der Arsengehalt in den Gewächsen entsprechend. Reis benötigt sehr viel Feuchtigkeit, weshalb er oft in stehendem Gewässer kultiviert wird. Dies erhöht die Arsenbelastung zusätzlich.

Reisfeld, Reisanbau
Bild von Quangpraha auf Pixabay

Die Stärke der Belastung hängt davon ab, wie arsenhaltig der Boden und das Wasser in der Anbauregion sind sowie von der Reissorte. Die Sorten, die für Reiswaffeln und ähnliche Produkte verwendet werden, weisen einen besonders hohen Anteil des Schwermetalls auf. Hinzu kommt, dass bei der Herstellung ihr Feuchtigkeitsgehalt reduziert wird, was den Arsengehalt weiter konzentriert.

Wie gefährlich ist das in den Reiswaffeln enthaltene Acrylamid und Kadmium?

Acrylamid war bereits im Zusammenhang mit Pommes, Chips und anderen gebratenen sowie frittierten Produkten in den Schlagzeilen. Der Stoff bildet sich beim starken Erhitzen von kohlehydratreichen Lebensmitteln und gilt als krebserregend. Vor allem bei Kindern, da diese im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Nahrung zu sich nehmen. Seit 2018 gelten in der EU deshalb spezifische Regeln für Acrylamid-Werte. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) empfiehlt diesbezüglich, die betroffenen Lebensmittel nur gelegentlich zu konsumieren und bei der Zubereitung ein Anbrennen zu vermeiden.

Bild von Infosilproduction auf Pixabay

Das Schwermetall Kadmium findet sich zwar natürlich in der Erdkruste, die hohe Bodenbelastung ist jedoch der menschlichen Umweltverschmutzung verschuldet. Wie Arsen, wird es von den Pflanzen durch deren Wurzeln aufgenommen. Das Schwermetall findet sich in erster Linie in Blattgemüse und Kartoffeln, aber auch in Meeresfrüchten. Raucher sind zusätzlich gefährdet, da das Schwermetall im Tabak enthalten ist und inhalativ vom Körper besser absorbiert wird. Es reichert sich hauptsächlich in der Leber sowie den Nieren an, was zu Störungen der Nierenfunktion führen kann. Dennoch, obwohl die Kadmiumbelastung in Deutschland relativ hoch ist, liegt es im gesundheitlich unbedenklichen Bereich.

Soll ich zukünftig auf den Verzehr von Reis und Reisprodukten verzichten?

Nein. Reis hat zwar einen höheren Gehalt an anorganischem Arsen als andere Getreidesorten oder Trink- und Mineralwasser, das ebenfalls davon betroffen ist. Allerdings weisen sie alle einen sehr niedrigen Bestandteil des Schwermetalls auf. Das BfR hält eine akute Gesundheitsbeeinträchtigung für unwahrscheinlich. Ein erhöhtes Krebsrisiko durch den Konsum von Reis und Reisprodukten hält es hingegen für möglich. Die Europäische Union hat deshalb bereits Maßnahmen ergriffen, um den Arsengehalt in den betroffenen Konsumgütern zu kontrollieren. Darunter auch Reiswaffeln.

Reis
Bild von Cortex_Imareel auf Pixabay

Denn trotz allem ist Reis ein wertvolles Nahrungsmittel, das wichtige Nährstoffe enthält. In vielen Ländern gehört er zu den Grundnahrungsmitteln. In Japan beispielsweise, wo Frauen übrigens die weltweit höchste Lebenserwartung genießen. Das BfR empfiehlt einen abwechslungsreichen Speiseplan, auf dem nicht täglich Reis steht. In anderen, weitaus weniger dramatischen Worten, ja, du kannst weiterhin deine Reiswaffeln essen. Solange du dich nicht ausschließlich davon oder von anderen Reisprodukten ernährst, ist deine Gesundheit nicht gefährdet.

Was für Alternativen zu Reiswaffeln gibt es?

Nachdem du nun so viel Negatives über Reiswaffeln gehört hast, möchtest du sie vielleicht dennoch komplett oder nur teilweise von deinem Speiseplan streichen oder zumindest weitgehend ersetzen. Kein Problem! Probiere doch stattdessen diese Snacks:

  • Maiswaffeln
  • Hirsewaffeln
  • Vollkorncracker
  • Dinkelstangen
  • Eine dünne Scheide Vollkornbrot

Fazit

Reiswaffeln sind längst nicht so gesund, wie es ihr Ruf behauptet. Zum einen sind sie wegen ihres hohen Anteils an Kohlenhydraten und Mangel an Ballaststoffen ungeeignet für Diäten. Gesundheitliche Bedenken lässt vor allem das in ihnen enthaltene Arsen aufkommen. Aber keine Angst, obwohl es kein idealer Snack ist, bringt er dich nicht um. Denn wie Paracelsus schon sagte, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. Obst oder Fisch beispielsweise sind im Übermaß ebenfalls ungesund. Dasselbe gilt für Reis, Reiswaffeln und andere Reisprodukten. Sofern du sie nicht täglich konsumierst, bist du auf der sicheren Seite. Andernfalls versuch einfach, deinen Speiseplan etwas abwechslungsreicher zu gestalten.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein